Die Verarbeitung der Flüssigtapete

 

1.) Anmischen des Materials

Der gesamte Gebindeinhalt wird mit der angegebenen Wassermenge in einem geeignet großen Gefäß (z. B. sauberer Mörtelkübel) vermischt. Benutzen Sie bitte nur kaltes bis lauwarmes Wasser, da heißes Wasser das Bindemittel und somit die Haftfähigkeit des Materials beeinträchtigen kann. Bei größeren zu verarbeitenden Mengen sollten direkt mehrere Gebinde (4-6 Stk.) auf einmal angerührt werden, je nach Größe des verwendeten Misch-Gefäßes. Das spart Zeit, da man sonst für jedes einzeln angerührte Gebinde noch die entsprechende Mindestquellzeit (ca. 10-15 Minuten) einhalten müsste.

Zum Vermischen keine elektrischen Rührgeräte (z. B. Bohrmaschinenquirl) verwenden, da diese die Materialstruktur zerstören können. Lediglich mit den Händen erzielt man das beste Mischergebnis (Hinweis: Das Material ist frei von Giftstoffen).

Nach dem Anmischen, das Material ca. 10-15 Minuten einweichen lassen.


2.) Auftragen der Flüssigtapete

Mit einer Kunststoff-Glättekelle (Blattstärke 2,0mm) wird das Material auf die Wandfläche aufgetragen. Dabei ist zu beachten, das die Glättekelle möglichst parallel zur Wandfläche läuft und nicht verkantet. In länglichen Bewegungen (nicht kreisförmig wie z. B. bei Reibeputz üblich) wird das Material nahtlos und mit leichter Hand aufgetragen. Bei einer Beschichtungsstärke von ca. 1,0 - 2,5mm (abhängig vom jeweiligen Dekor), reicht der Gebindeinhalt für ca. 3,5qm Fläche aus und bildet eine ideale wärmedämmende, feuchtigkeitsregulierende und schallschluckende Dekor-Beschichtung für alle Wand- und Deckenflächen. Alternativ lassen sich feinkörnige Materialien auch aufspritzen, wodurch jedoch die fertige Oberfläche wesentlich grobstrukturierter wird.


3.) Abtrocknung der Flüssigtapete

Wenn alle vorgesehenen Flächen beschichtet sind ist es sehr wichtig, in den Räumen für ausreichend Durchlüftung zu sorgen, damit das Material schnell austrocknen kann. Im Sommer Fenster und Türen öffnen, im Winter auf jeden Fall die Heizkörper anstellen. Ebenfalls können (falls vorhanden) Entfeuchtungsgeräte aufgestellt werden. Aus unserer eigenen Verarbeitungspraxis haben wir mit herkömmlichen Ventilatoren die besten Erfahrungen gemacht: Stellen Sie einen oder mehrere Ventilatoren in die Mitte eines frisch beschichteten Raumes und lassen Sie diese auf höchster Stufe laufen, bis das Material nahezu abgetrocknet ist. Oder stellen Sie den Ventilator direkt vor eine frisch beschichtete Wand (Abstand ca. 1,5 bis 2,0 Meter), wenn diese besonders schnell abtrocknen soll.

Natürlich sind die vorstehenden Hilfsmittel nicht unbedingt erforderlich, da das Material auch von allein abtrocknet. Jedoch kann der Trocknungszeitraum erheblich verkürzt werden.
Hinweis: Im Winter können auch sogenannte Gasheizstrahler verwendet werden um den Raum zu erwärmen, falls noch keine Heinzung vorhanden ist. Diese dürfen aber auf gar keinen Fall direkt vor eine frisch beschichtete Wand positioniert werden, da durch ein zu schnelles (schockartiges) austrocknen, Risse in der fertigen Beschichtung entstehen können. Desweiteren sollte das Material nicht unter +5° C. verarbeitet werden.
Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Beschichtungsstärke (abhängig vom Dekor), sowie einer den Jahreszeiten angepassten normalen Umgebungstemperatur, trocknet das Material innerhalb von 1-3 Tagen aus. Üblicherweise bleiben Innenecken ein bischen länger nass, da hier meistens etwas mehr Material aufgetragen wird und sich die Feuchtigkeit ein wenig staut.